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"Koexistenz ist nicht möglich - kanadischer Farmer warnt vor Genanbau in Europa
Der kanadische Farmer Percy Schmeiser sprach am Samstag, den 6. Mai in der Andechser Klostergaststätte vor rund 150 Zuhörern über die Praxiserfahrungen nach 10 Jahren Gentechnikanbau in der kanadischen Landwirtschaft. Schmeiser, der auf Einladung mehrer Verbände in den Landkreis kam, ist im Moment auf Europatournee, um vor den Folgen des Gentechnikanbaus zu warnen und zu berichten, was in Kanada passiert ist.Anlaß für seine Tournee war seine Anhörung vor dem UN-Menschenrechtsausschuss in Genf am 1. Mai, wo er gegen die kanadische Regierung Beschwerde eingelegt hat wegen Menschenrechtsverletzungen durch die Gentechnik in Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion.Die Beschwerde initiiert und die Tournee organisiert hat die Gautinger ödp-Kreisvorsitzende Christiane Lüst. Einführend bedauerte Lüst, dass aus dem Büro Seehofer trotz mehrfacher Anfrage letzte Woche doch eine Ablehung eines Erfahrungsaustausches mit Percy Schmeiser kam. "Es ist unglaublich, dass unsere Politiker es nicht nötig haben, sich über Praxiserfahrunngen in anderen Ländern zu informieren und ohne jegliche Kenntnisse über die Folgen versuchen uns vor vollendete Tatsachen zu stellen" betonte Lüst. "Auch Politiker aus dem Landkreis sowie der Kreisobmann des Bauernverbandes scheinen nicht interessiert an Erfahrungsberichten" bedauerte Lüst das Fehlen der Verantwortungsträger. Percy Schmeiser schließlich brachte das Publikum zu standing ovations. Sein eindringlicher Bericht über die Folgen der Gentechnik, seineWarnung, in Europa noch eine Chance zu haben etwas zu verhindern, was in Kanada nie mehr rückgängig zu machen ist verdeutlichte die Tragweite der Entscheidung."Ich bin nicht hierhergekommen, um Euch zu sagen, was Ihr machen sollt - ich bin hierhergekommen, um Euch zu erzählen, wie es uns Landwirten mit dem Genanbau in Kanada ergangen ist" begann Schmeiser seinen erschreckenden Vortrag. "In Kanada ist nach 2 - 3 Jahren Anbau von Genraps, Gensoja und Genmais ganz Kanada kontaminiert gewesen. Die Imkereibranche ist komplett zusammengebrochen - es gibt keinen gentechnikfreien kanadischen Honig, Raps, diverse Kohlsorten, Mais und Soja mehr. Die wirtschaftlichen Verluste der Farmer und Imker, die damit nichts mehr von ihren Ernten verkaufen können, liegt bei vielen MIllionen Dollar" berichtet Schmeiser über die kanadische Situation.
"Die Anbauverträge mit den Genfirmen sind das bösartigste was es überhaupt gibt. Die Farmer verpflichten sich lebenlang ausschließlich bei Monsanto einzukaufen, niemals Klage gegen Monsanto zu erheben, zu schweigen und der Firmenpolizei jederzeit ungehindert Zutritt zu allen betrieblichen Akten zu gewähren". Auf die Frage, wer so etwas unterschreibe antwortet er: " Schon mit der Öffnung eines Saatgutsackes hat man sich verpflichtet, sich diesen Regelungen zu unterwerfen - ob man es gelesen hat oder nicht".
Die Farmer glaubten vor 10 Jahren den Versprechungen der Genkonzerne, die mehr Ertrag, weniger Spritzmittel und die Lösung der Welternährung damit versprachen. Schon nach zwei Jahren stellte man fest, dass nichts davon eintraf: Die Erträge sanken drastisch und der Spritzmittelverbrauch stieg um ein Vielfaches - und trotzdem wachsen jetzt überall - in Hausgärten, an Straßenrändern, auf allen Feldern, im Wald - Superunkräuter, die nicht mehr auszurotten sind und alle anderen Pflanzen unterdrücken. "Kanadische Studien und unsere Praxiserfahrungen beweisen, dass Koexistenz nicht möglich ist. Weizenpollen bleiben mindestens eine Stunde in der Luft, Rapspollen bis zu 3 Stunden. Bei einer Windgeschwindigkeit von 20 - 30 Stundenkilometern kann man sich ausrechnen, wie weit die Pollen fliegen. Bienen fliegen bis 16 Kilometer weit, Vögel und andere Tiere befördern die Pollen über ihre Federn und Felle ebenfalls lange Strecken. Die Universität von Alberta wies nach, dass auch mit einen Sicherheitsabstand von 3, 2 Kilometern alles kontaminiert ist."
Schmeiser, der in Indien den Mahatma-Gandhi-Preis als Wohltäter der Menschheit für seine Tätigkeit bekam, endete mit den Worten: "In Kanada ist der Zug bereits abgefahren. Für uns gibt es nie wieder ein zurück. Lernt von unseren Erfahrungen. Wenn Ihr in Deutschland Genpflanzen aussetzt - egal wo - ist in kürzester Zeit alles kontaminiert. Es gibt dann nie wieder ein zurück. It`s over! Was wollt Ihr Euren Kindern für eine Welt hinterlassen?"
Quelle: Pressebericht Christiane Lüst
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